Familienrecht: Warum ein Anwalt notwendig sein kann

Die Hilfe eines Anwalts in Anspruch zu nehmen, sollte in vielen Situationen eine Selbstverständlichkeit sein. Immerhin sind die meisten Privatpersonen mit Gesetzestexten und juristischer Praxis nicht vertraut. Eine Sache, die Menschen oft abschreckt, ist der finanzielle Aspekt. Doch es gibt noch einen weiteren Grund: persönliche Befindlichkeiten.

Das betrifft häufig Fragen des Familienrechts. Denn hierbei werden oftmals Rechtsfragen zwischen Personen geklärt, die sich nicht nur persönlich kennen, sondern auch eine enge Bindung haben oder hatten. Dadurch schrecken viele davor zurück, einen Anwalt einzuschalten – was leider ein großer Fehler sein kann.

Was regelt das Familienrecht?

Das Familienrecht ist Teil des Zivilrechts und regelt zwischen natürlichen Personen. Unter anderem werden Ehe, Verwandtschaft, Abstammung und Adoptionen über das Familienrecht beschrieben und gegebenenfalls gerichtlich geklärt. Den meisten Menschen ist das Familienrecht direkt oder indirekt durch Unterhaltsentscheidungen nach einer Trennung schon bekannt.

Bei Ehescheidung (oder generell Trennungen), bei denen auch Kinder involviert sind, entstehen besonders häufig Konflikte. Der Versuch, sich gemeinsam zu einigen, ist leider nur in den wenigsten Fällen erfolgreich. Es gibt viele Kleinigkeiten zu beachten und Gefühle werden häufig zum Treiber der Gespräche.

Aber auch bei anderen sensiblen Themen gibt das Familienrecht eine feste Grundlage, die unabhängig von Befindlichkeiten existiert. Es regelt, wann ein Vaterschaftstest veranlasst werden kann, aber auch, welche Faktoren für ein gemeinsames Sorgerecht sprechen. Auch die Unterstützung durch das Jugendamt ist gesetzlich geregelt.

Ist ein Anwalt für Familienrecht notwendig?

Es ist immer sinnvoll, einen Rechtsanwalt für Familienrecht zu beauftragen. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist da die angesprochene Unwissenheit des Einzelnen. Gesetzestexte und deren praktische Umsetzung sind für Privatpersonen nicht vollständig zu verstehen – auch nicht durch Internetrecherche.

Der andere Grund, der für einen Anwalt spricht, der auf Familienrecht spezialisiert ist, wurde auch bereits genannt: die persönlichen Befindlichkeiten. Bei fast allen Fragen und Streitigkeiten im Bereich des Familienrechts sind Emotionen im Spiel. Auch bei einer einvernehmlichen Trennung können Gefühle verletzt worden sein. Müssen Fragen bezüglich der Kinder geklärt werden, glauben oft beide Partner zu wissen, was das Beste ist. Sich rechtlichen Beistand zu holen, ist nur logisch und nicht etwa eine Provokation – dieser Schritt kann problemlos kommuniziert werden.

Selbst in einer Idealsituation, in der alle involvierten Personen eine einfache Lösung suchen, kann eine Erstberatung durch einen Anwalt sinnvoll sein. Das kostet nicht ganz so viel und meist wird ein Anwalt auf bestimmte Formalien oder potentielle Stolpersteine hinweisen können.

Wie findet man den richtigen Anwalt?

Handelt es sich um Fragen oder Angelegenheiten des Familienrechts, bei der kein persönlicher Konflikt vorliegt (z.B. Adoption), kann sich gemeinsam auf die Suche nach einem Anwalt für Familienrecht gemacht werden. Auch bei einer einvernehmlichen Trennung kann ein einzelner Anwalt für Rechtssicherheit sorgen, aber auch als eine neutrale Partei innerhalb des Konflikts dienen.

Schwierig wird es, wenn die involvierten Personen sich im Streit befinden. Trennungen, Scheidungen, Unterhaltsunstimmigkeiten und Sorgerechtentscheidungen sind hier hervorzuheben. In diesem Fall nehmen sich Partner häufig eigene Anwälte. Wichtig ist immer, sich hier einen Anwalt zu suchen, der auf Familienrecht spezialisiert ist.

Denn nur diese Rechtsanwälte kennen die gängige Praxis und typische Entscheidungen in solchen Streitfragen. Das ist im Familienrecht nicht unwichtig, denn die reine Gesetzeslage wird häufig durch Emotionen verwässert – was im Idealfall zwar nicht so sein sollte, in der Realität aber vorkommt. Auf der Suche nach einem passenden Anwalt sollte zunächst eine kleine Internetsuche gestartet werden. Per Anruf kann dann erfragt werden, ob die eigene Situation ein Fall ist, der zum Anwalt (oder der Kanzlei) passt.

Anschließend kann ein Gespräch vereinbart werden. Auch wenn es finanziell eine Herausforderung darstellt, sollte nach einem Erstgespräch möglicherweise weitergesucht werden. Scheidung, Sorgenrecht und Unterhalt sind Dinge, die langfristige Auswirkungen haben – ein Vertrauensverhältnis zum Anwalt muss also gegeben sein.