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Handelsbeziehungen trotz Brexit?

Die Ergebnisse des Brexit-Referendums können einige Auswirkungen auf das internationale Handelsrecht haben.

Jedes Unternehmen, das Handelsbeziehungen mit einer Firma in Großbritannien unterhält, hat nach dem Austritt mit Änderungen im Geschäftsablauf zu rechnen. Aber genauso wird es sämtliche Staaten treffen, die Handelsbeziehungen mit Großbritannien unterhalten:

  • Für Mitgliedstaaten der Europäischen Union dürfte das Land letztendlich im Wirtschaftsverkehr als Drittstaat anzusehen sein – mit einer Übergangszeit, die ausgehandelt werden müsste.
  • Außerdem wird es die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu jedem anderen Staat beeinflussen. Denn vor dem Austritt war Großbritannien Vertragspartner in jedem Vertrag, der mit der EU abgeschlossen worden ist. Folglich würden alle internationalen Verträge neue Verhandlungen erforderlich machen. Mit dem Vorschlag Großbritanniens, die Gültigkeit des EU-Rechts so lange zeitlich auszudehnen, bis man sich für eine eigene Regelung entschieden hätte, kann auch nicht jedes Probleme gelöst werden.

Da mit dem Austritt auch die Zollunion der EU nicht mehr gilt, ist davon auszugehen, dass Großbritannien eigene Ein- und Ausfuhrbestimmungen und Zölle erheben wird. Denkbar ist auch die Zugehörigkeit zu einer anderen Freihandelszone.

Grundsätzlich kann nur vermutet werden, zu welchen Ergebnissen die Austrittsverhandlungen mit der EU führen werden. So hat es zwar an der Universität Hamburg einen Gedankenaustausch zwischen Rechtswissenschaftlern und Praktikern aus Europa und aus China gegeben über die Auswirkungen des Brexit auf das internationale Handelsrecht – aber da der Austritt Großbritanniens erst vorbereitet wird und noch kein Abkommen mit der EU über den Austritt existiert, ist die wirkliche Ausgestaltung vollkommen offen.

Unter den Experten wird gerade die Zeit bis zur Festlegung der Austritts-Modalitäten als Belastung für die Stabilität der Europäischen Union angesehen. Diese Unsicherheit wirkt sich auf die Wirtschaft aus und könnte auch den Handel mit Aktien treffen. Befürchtungen vor kommenden Regelungen, keine Sicherheit über ein mögliches Brexit-Abkommen und drohende Handelserschwernisse könnten die Kurse nach oben und unten schwanken lassen. Wer jetzt in Aktien investiert hat, für den bietet es sich bei hoher Volatilität an, mit CFDs sein Portfolio abzusichern.

Bereits vor dem Ergebnis des Brexis-Referendums haben sich einige Banken Alternativen für den Finanzplatz London gesucht. Sollte sich Großbritannien vollständig von der EU verabschieden, stärkt das die euopäischen Finanzmärkte auf dem Festland. Besonders Frankfurt am Main steht bei vielen Banken als Alternative hoch im Kurs.

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